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Cascais – mein heißes Date mit der Küstenstadt

erstellt am: 08.05.2017 | von: Martina | Kategorie(n): Cascais, Portugal, Travel

CaSCHcais also, ich hatte es falsch ausgesprochen. Meine Portugiesisch-Kenntnisse befinden sich aber auch noch in der frühsten Anfangsphase. Bis auf Danke, Hallo und Tschüss kann ich eigentlich gar nix. Nur dass man in jedem zweiten Wort dieses „sch“ hört, bleibt mir nicht verborgen. Und ich setze es ad hoc um. Mein Cascais klingt somit richtig echt.

Cascais ist ein ehemaliges Fischerdorf und kleines Städtchen direkt an der Atlantikküste, nur knapp 20 Autominuten von Lissabon entfernt. Eine Zugfahrt mit Blick auf den Tejo-Fluss dauert auch nicht viel länger. Von der Endstation Cais do Sodré in Lissabon sind es gut 30 Minuten.

Als ich ankomme, empfängt mich die selbe Hitze wie in Mittelportugal. Vor meinem dreitägigen Aufenthalt in Cascais reiste ich sechs Tage durchs Landesinnere. Wohnen darf ich hier im The Oitavos, ein nobles Hotel mit 142 Zimmern, großem Golfplatz, direkt am Atlantik.

Ins Zentrum von Cascais fährt man am bestens mit dem Fahrrad. Mein Fußmarsch zieht sich nämlich ziemlich in die Länge. Fast eine Dreiviertelstunde hatsche ich, erst an der Hauptstraße, dann durch die Gassen der City.

Keine Frage, der Tourismus spielt im Cascais eine wichtige Rolle. Dass ich hier gleich ein paar Irish Pubs erspähe, überrascht mich jedoch. Der Grund liegt nahe: Cascais ist bei den Engländern und Iren sehr beliebt. Es gibt halt tatsächlich viele Leute, die am liebsten das Gesöff aus der Heimat konsumieren.

Mich begeistern andere Dinge. Allem voran das Meer. In Cascais und der Umgebung gibt es mehrere kleine Buchten. Jene beiden, die direkt an das Zentrum angrenzen, sind hoffnungsvoll überfüllt. Wie die Ölsardinen am Beach zu flacken, löst bei mir wenig Enthusiasmus aus. Kurz ins Wasser hüpfen muss ich am Praia da Ribeira dennoch. Nur ein paar Meter hinter dem Badebereich ankern viele Boote und Schiffe. Man sollte hier nicht unbedingt baden – Benzin und Motorenöl sei dank. Ich habe mein kurzes Abtauchen dennoch unbeschadet überstanden.

Nach meiner kurzen Badesession tingle ich durch das Stadtzentrum. Groß ist es nicht, dennoch juckt es mich in den Beinen. Die vielen kleinen Geschäfte müssen dringend besucht werden. Allerdings sinkt bei 40 Grad selbst meine dauerpräsente Shoppinglaune. Die fiese Klimaanlage in den meisten Läden vergrault mich obendrein. Bleibe ich eben bei der Sonne, meinen Geldbeutel freut das ebenfalls.

In Cascais kauft man eh am besten in den umliegenden Einkaufszentren ein. Eines davon prangt am Bahnhof, das CascaisVila. „Die Einheimischen haben sich tierisch über dieses hässliche Bauwerk aufgeregt“, werde ich aufgeklärt. Rasend schön ist es wirklich nicht. Naja, wenn die inneren Werte passen…

An einem Geschäft, dem Santini, (Av. Valbom, 28 F, 2750 Cascais) kann ich dann leider nicht abstinent bleiben. Die Traditions-Eisdiele soll angeblich das beste Eis weit und breit herstellen. So was schreit nach Verkostung. Als ich vor der Preistafel stehe, mache ich beinahe einen Rückzieher. Knapp 5 Euro für die Medium-Portion sind echt happig. Meine (Neu-)Gier(-de) siegt trotzdem. Pistazie und Zitrone, was sonst. Die Portion ist nicht übermächtig, der Geschmack hingegen sehr fein. In den siebten Schlemmerhimmel katapultiert mich meine frostige Mahlzeit trotzdem nicht.

Mit den letzten Eisresten spaziere ich schließlich über den Rathausplatz. Das in Portugal allgegenwärtige Muster ziert selbstverständlich auch hier das Kopfsteinpflaster. Mir brennt die Sonne ungnädig ins Gesicht. Da ich weder rot werden noch einen Hitzschlag erleiden möchte, setze ich vorsorglich meinen Sommerhut auf. Einen Schönheitswettbewerb würde ich damit bestimmt nicht gewinnen. Egal.

Vorbei an der Schutzpatronin für die Seefahrer hatsche ich bergauf, von Cascais Downtown in die Oberstadt. Der Blick auf die Bucht und ins benachbarte Estoril rechtfertigt meine Atemlosigkeit. Ein Stück weiter sichte ich den Yachthafen Marina de Cascais und gucke ein paar Teens beim Baden zu. Langsam wird es Zeit für mich, ins Oitavos zurückzukehren. Mein leckeres Dinner wartet. Was mir wichtig war, habe ich nun eh gesehen.

Des Weiteren gäbe es ein paar Museen zu besichtigen, etwa das Meeresmuseum Museu do Mar oder das Museu Condes de Castro Guimarães mit seinen Skulpturen, Gemälden und Co., doch bekanntermaßen ist das nicht so mein Ding. Einen kurzen Abstecher zur Boca do inferno, der Höllenschlucht sowie zum kleinen Stadtpark Parque Marechal Carmona gönne ich mir allerdings noch. Höchst zufriden mache ich mich auf gen Hotel. Mein Date mit der Küstenstadt war wirklich gelungen – und heiß. Verdammt heiß.





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