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Das Leben ist ein Casting?!

erstellt am: 22.10.2017 | von: Martina | Kategorie(n): MyTalk

Egal ob Job, Mann oder Wohnung: Man muss sich bewerben, bemühen, besser sein als Millionen andere. Nur so kommt man zum Ziel. Manchmal. Viel öfters hagelt es Abfuhren und Absagen. Kennt ihr? Kennt ihr! Was man dagegen tun kann, weiß ich leider auch nicht. Fest steht nur: nicht verzweifeln. An sich glauben. Weitermachen. Und vielleicht auch mal darüber schreiben.

Das Casting fängt ja eigentlich im Kindergarten an. Im Wochentakt sucht man sich die neue beste Freundin oder bewirbt sich um diese Position bei der gewünschten Kandidatin. Das Ganze geht im Teeniealter dann nahtlos in der Männer-, oder besser gesagt, Jungswelt weiter. Ich kann mich noch an die Klassenpartys erinnern. Es wurde wild durcheinander geknutscht, fast täglich aktualisierte ich meine „Top 10-Liste“ – die tollsten Jungs der Schule. Um die ich buhlen musste. Ich war Elf und hatte nach einem Jahr so die Schnauze voll, dass ich lieber wieder mit Schlümpfen spielte.

Und ich bin mir sicher: Heute hätte ich mit Gargamel, Papa Schlumpf und Co. manchmal auch mehr Freude. Stattdessen klickte ich mich jahrelang durch alle erdenklichen Singlebörsen und Dating-Apps. Die Ausbeute war riesig: an Input für skurrile Geschichten. Sei es vom Typ, der beim ersten Date zwei Euro für eine Cola „auslegte“ und wieder zurück haben wollte. Oder der Herr, der in Wirklichkeit zehn Jahre mehr auf dem Buckel, dafür zehn Zentimeter weniger Körpergröße zu bieten hatte. Kerle, die sich aus diversen Gründen nur in ihrer Wohnung treffen können, hö hö, sind ja gar nicht mehr erwähnenswert. Fairerweise muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich bei T-I-N-D-E-R tatsächlich ein Match fürs Herzen hatte.

Eher selten, dass einem alle hinterher rennen...

Eher selten, dass einem alle hinterher rennen…

... oder dass man ganz alleine ist.

… oder man konkurrenzlos alleine ist.

Dann wäre da die ewig leidige Wohnungssuche. Gut, ich bin selber schuld, dass ich mir immer die teuersten Städte zum Wohnen aussuche – München, Hamburg, Köln, Zürich –, aber dafür bin ich in meinen Ansprüchen (relativ) bescheiden. Ich muss nicht zentral, im hippen In-Viertel wohnen, würde mich mit 40, 50 Quadratmetern begnügen und brauche keinen Aufzug. Meine Ansprüche sind: ruhig, Balkon, Obergeschoss – und natürlich keine Assi-Gegend. Und tataaaa, genau das wollen 193 andere auch. So viele in etwa stehen bei einer (!) Wohnungsbesichtigung Schlange und werben um die Gunst des Vermieters. Als Selbstständige ist man oft – trotz Einkommensnachweis – eh gleich außen vor. „Wir haben uns für den Ingenieur bei BMW entschieden“, lautete mal eine nette Absage. Gratulation!

Ja, und da gibt es noch eine weitere Casting-Disziplin, die Jobsuche. Ich kann hier in erster Linie aus der Sicht eines Freelancers plaudern. Es gab und gibt feste Auftraggeber – ein wenig Planungssicherheit in puncto Auftragsvolumen und Honorar inklusive. Doch man will ja weiterkommen, sein Kundenportfolio und die Referenzliste erweitern. Und schon steckt man wieder im Casting-Marathon: Kontakt aufnehmen, die eigenen Leistungen und „Vorzüge“ vorstellen, mit Arbeitsproben untermauern und hoffen. Nachhaken. Hoffen. Und wissen, dass man eine Armada an Konkurrenten hat. Bewirbt man sich um eine feste Arbeitsstelle, dürfte das Ganze nicht weniger anstrengend sein. Im Gegenteil. Genau das habe ich eine Weile in ZÜRICH probiert. Der Großteil der Reaktionen auf mein „Bewerbungs-Dossier“: nichts.

Dickes Fell und große Klappe – kann nicht schaden.

Dickes Fell und große Klappe – kann nicht schaden.

Und: gelassen bleiben und zu sich selbst halten.

Und: gelassen bleiben und zu sich selbst halten.

Wie ich eingangs erwähnte, habe ich keinen Schimmer, wie man beim Dauer-Casting bestmöglich besteht. Ich habe allerdings eine Überzeugung. Und die heißt: an sich selber glauben. Überzeugt sein, dass man „es“ schaffen wird – was auch immer „es“ sein mag. Und bei Rückschlägen nicht verzweifeln oder aufgeben. Vielleicht mal ein Richtungswechsel vornehmen, und klar, sich und sein Verhalten hinterfragen. ABER: sich niemals selber schlecht machen.

Wie oft habe ich mich schon mit anderen verglichen und mich klein gefühlt. Doch wer soll einen gut finden, wen man das selber nicht tut? Eben! Deshalb werde ich weiter üben. Denn jedes „Casting“ bringt einen weiter. Mein bester Lehrmeister ist dabei das Laufen. Insbesondere Marathon. Es ist eine Herausforderung, ein Kampf, ein emotionales Erlebnis. Wunderschön, hart, außergewöhnlich. Der Weg ist das Ziel – aber auch das Ziel ist das Ziel. Auf das man verdammt stolz sein darf.





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