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10 Dinge, die man auf Ibiza machen kann, außer die Nächte zu durchfeiern

erstellt am: 28.05.2014 | von: Kathrin Lucia | Kategorie(n): Formentera, Ibiza, Spanien, Travel

Ibiza Dalt Vila

Text und Bilder: Kathrin Lucia Meyer

 

Hätte mir vor zehn Jahren jemand erzählt, dass ich eines Tages nach Ibiza reisen würde, um dort NICHT jeden Morgen bis Sonnenaufgang durch die angesagtesten Clubs der Welt zu ziehen, ich hätte laut losgeprustet und demjenigen vermutlich den Vogel gezeigt. Doch was willste machen, wenn du in der Vorsaison – und genau zwei Wochen vor den großen Opening-Partys der Clubs – auf der Insel landest? Chillen zum Beispiel. Baden gehen, fein essen. Ibizenkisch kochen lernen und Hippieklamotten shoppen.  Oldtimer fahren und – na klar im Sonneuntergang Cocktails in stylischen Beachbars trinken. Das zählt ja nicht zum Feiern, sondern ist auf Ibiza vielmehr Meditation mit Stil, wie es sich für die wohl stylischste Insel Europas gehört.

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Hier meine ganz persönlichen TOP 10  für einen ziemlich relaxten Urlaub auf Ibiza, der ganz ohne Ushuiaia Club, Café del Mar, Playa d’en Bossa, David Guetta und durchfeierte Nächte in den besten Clubs der Welt auskommt… man will es kaum glauben.

1. Durch die Altstadt von Ibiza, Dalt Vila, spazieren

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Typisch ibizenkische Stadtarchitektur

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Eine der zahlreichen Boutiquen unter jahrhundertealtem Gemäuer der Altstadt

Wie schön ist es, an einem warmen Sommerabend in der Vorsaison durch die engen Gässchen der weißen Altstadt Ibizas zu schlendern. (Die Betonung lieg hierbei auf Vorsaison. Während der Hauptsaison stelle ich es mir ziemlich überfüllt und stressig vor.) Unzählige kleine und liebevoll eingerichtete Boutiquen reihen sich aneinander, viele bieten weiße und cremefarbene  Kleider der typisch ibizenkischen Antlib-Mode: Seit 1971, inspiriert durch die Hippie-Bewegung, trägt man auf Ibiza und seinen kleinen Nachbarinseln auch heute noch überall natürliche und leichte Stoffe, Stickereien, Gehäkeltes, Rüschen und traditionelle Spitzen in allen Formen und Kombinationen.

Kurz vor Sonnenuntergang lohnt es sich aber, die verlockenden Läden und Restaurants, die sich einem auf dem Spaziergang entlang der jahrhundertealten Stadtmauern hoch zur Festung bieten, links liegen zu lassen, um mit einem in rosa getünchten, fast schon unwirklich romantischen Ausblick über die Stadt und das Meer belohnt zu werden. Wenn abends das gelbe Sonnenlicht auf die weißen Häuserreihen prallt, strahlt Eivissa am Schönsten.

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Mucho romantico: Der Sonnenuntergang über den Dächern Ibizas

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Ibiza Insider: Wer schon immer mal eine Reise zurück in die Zeit des Mittelalters machen wollte, sollte die historische Altstadt von Ibiza am zweiten Maiwochenende besuchen. Seit der Ernennung zum Unesco-Kulturerbe findet  an diesem Wochenende alljährlich das Mittelalterfestival „Fiesta Medieval“ statt und die Gegend um die Burg sowie die gesamte Altstadt (Dalt Vila) verwandeln sich  in eine mittelalterliche  Stätte. Entspannend ist der Menschenandrang zwar nicht gerade, aber umso spannender ist das Gewusel in den engen, bunt geschmückten Gässchen zu beobachten: Neben Gauklern, Artisten, Musikanten und fliegenden Händlern scheint die ganze Stadt auf den Beinen zu sein. Es gibt handgefertigte  Seifen und Tees, Kräuter, Holzspielzeug, Parfüms, Schinken und Wurstwaren, Brot, Bilder, Kunsthandwerk wie Gläser- und Töpferwaren. Und natürlich werden jede Menge mittelalterliche aber auch moderene Spezialitäten angeboten.

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Ein schöner Rücken…

Fiesta Medieval

Fiesta Medieval – Mittelalterfest in Dalt Vila

2.  Essen und trinken auf Ibizenkisch

Für mich als Pescetarierin ist Ibiza in kulinarischer Hinsicht das Paradies auf Erden. Auf der gesamten Insel finde ich keine Speisekarte, auf der nicht mindestens drei Fischgerichte gelistet sind – der Fisch selbstverständlich immer aus heimischen Gewässern. Unbedingt probieren sollte man dabei das für Ibiza typische „borrida de rajada“, ein Ragout aus gekochtem Rochen mit würziger Soße sowie  „calamars a la bruta“, Tintenfische in der eigenen Tinte gekocht. Sehr lecker ist auch der ibizenkische Blechkuchen „Coca de Pimientos“, eine Art Pizza mit Paprikaschoten, der auf der Insel auch gerne als kleine kalte Mahlzeit zwischendurch gegessen wird. Fleischesser berichten, dass der „Sofrit pagès“, ein gut gewürzter Bauerneintopf mit Wurst, Kartoffeln und Fleisch (Lamm, Schwein, Huhn)nicht nur sehr reichhaltig sondern auch lecker sein soll. Vielleicht liegt es an den halbwegs glücklichen Tieren, die darin verarbeitet sind. Schließlich ist Massentierhaltung auf der Insel verpönt. Öko-Landbau wird hier großgeschrieben.

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Soo lecker: In Scheiben geschnittener ibizenkischer Rochen in Safran-Soße

Idyllischer essen geht wohl kaum…

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… als im Fischrestaurant „El Bigotes“ an der Bucht Cala Mastella

Wer dabei zusehen willl, wie der frische Fisch, den man kurz darauf lecker knusprig gegrillt auf dem Teller liegen haben wird, angeliefert wird und dabei einen traumhaften Blick auf die in allen Türkistönen schillernde Bucht haben will, dem sei ein Besuch in dem absoluten Insider-Fischrestaurant „ El Bigotes“ an der Cala Mastella nördlich von Santa Eularia del Rio ans Herz gelegt.  Aber: obwohl das Restaurant nicht mehr als zwei Fischspeisen auf der Karte hält, sollte man dringend reservieren, denn das „El Bigotes“, was übersetzt soviel wie „Der Schnauzbärtige“ heißt, ist eigentlich immer ausgebucht. Man erzählt sich, dass dort selbst König Carlos einst von dem ebenso schnauzbärtigen Fischer und Restaurantbesitzer abgewiesen worden sei, weil er mitsamt der Delegation an Leibwächtern keinen Tisch vorbestellt hatte…

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Ibizenkische „Greixonera“ mit Poolblick im Restaurant Can Curreau

Eine Art, das Blätterteiggebäck vom Vortag aufzubrauchen fanden die Ibizenker darin, diesen einfach zusammen mit Gewürzen, Ei und Schweinfett zu einer Nachspeise zu verarbeiten. Den konsistenzbedingt etwas gewöhnungsbedürftigen Resteverwertungskuchen, „Greixonera“ genannt, isst man dann zusammen mit frischen Früchten oder Sahne, wie zum Beispiel im Restaurant des Landhotels Can Curreau bei Santa Eulària.

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Süß-saurer Fruchtsalat mit Ziegenkäse in „Somniart“

Als Chillout-Reisender selbstverständlich an der etwas ruhigeren Ostküste der Insel unterwegs sollte man es sich nicht entgehen lassen, einen süß-sauren Fruchtsalat mit Ziegenkäse in dem stylischen Event-Restaurant Somniart am Passeig Marìtim in Santa Eulària zu sich zu nehmen.

Zum Eintauchen: White Chocolate Cream mit Früchten

Feuershow zum Dinner

Ibiza Insider: Unbedingt auch zum Nachtisch die White Chocolate Cream auf Somni-Art mit Früchten bestellen. Wäre ich nicht frisch geduscht gewesen, ich hätte mich reingelegt. Selten etwas so Leckeres gegessen… Besonderes Highlight sind abwechselnde Showeinlagen von Restaurant-Besitzer Javier und seiner Crew höchstpersönlich. Zusammen mit den Jungs der Künstlerformation Foc i fum ist er regelmäßig auf Tournee in der ganzen Welt unterwegs.

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Victoria mit ihrem Papagei

Eine tierisch lustige Showeinlage bekommen wir im  Traditionsrestaurant „Can Cires“ in San Mateau bei Santa Eularia. Die Restaurantbetreiber Victoria & Francis halten einen giftgrünen Papageien, der die Gäste an guten Tagen mit einem krächzenden „Holaaaaa“ begrüßt und unter der Leitung von Mama Victoria seine Kunststückchen auf der Schaukelleine zum Besten gibt. Da die Leute von der ganzen Insel hier herkommen, um Victorias begnadeten Elsässischen Flammkuchen (ihr Mann Francis ist gebürtiger Elsässer) zu speisen, sollte man am besten vorab reservieren.

3. Auf Hippie-Märkten stöbern und Adlib-Mode kaufen

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Der größte, ursprünglichste und hippste aller Hippiemärkte befindet sich in Las Dalias (in Santa Eularia). Jeden Samstag von 10 bis 18 Uhr bauen die Verkäufer, die meisten davon selbst Hippies und Aussteiger aus aller Welt, ihre bunten Stände auf. Unter bunten Planen und Tüchern werden Klamotten, Schmuck und allerhand Ausgefallenes angeboten. Neben Cafés und einer großen Cocktailbar treten regelmäßig Bands auf und auch Kleinkünstler, Masseure sowie eine Wahrsagerin bieten ihre Dienste an. Und natürlich bekommt man auch hier an jeder Ecke die mit Spitze, Stickereien oder Rüschchen versetzen lässigen weißen Leinenklamotten im ibizenkischen Adlib-Style. Außerdem hippe  Sonnebrillen, Blumenketten und – na klar – geflochtene Haarbänder, wie man sie als Neo-Hippie bzw. (Berliner) Hipster heute trägt.

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4. An einem der über 60 Strände Ibizas die Füße in den Sand vergraben und in türkis chillen

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z.B. am Strand Cala Nova nördlich von Santa Eularia, Ostküste

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Die angrenzende Atzaró Beachbar lädt zum Chillen ein.

Ibiza Insider: Wer auch an der lebendigen Westküste, wo sich die Partymeute hauptsächlich tummelt, nach ruhigen Stränden sucht, dem sei die Cala Salada, etwas oberhalb von Sant Antony de Portmany, empfohlen. Nur über einen kleinen Fußweg entlang der Küste oder per Boot zu erreichen ist, bleibt die Bucht mit feinstem Sandstrand deshalb selbst in der Hauptsaison von den großen Touristenmassen einigermaßen verschont.

5. Einen Bio-Bauernhof besuchen und ibizenkischen „Hierbas“-Kräuterlikör ansetzen

Stunden- nein Tage könnte ich auf dem Öko-Bauernhof „Can Musson“  von Maria Marí Colomar verbringen. Seit 2008 bebaut die Präsidentin des Biobauernverbandes Ibiza auf  65.000 m³ das Land ihrer Familie und bietet geführte Touren für Schulklassen, aber auch interessierte Erwachsene an. Mit viel Einsatz, Leidenschaft – und natürlich hundert Prozent ökologisch. Neben dem Gemüseanbau widmet sie sich der Züchtung von glücklichen  Ziegen, Kaninchen, Schweinen und allerlei Federvieh, die fast alle in Freilandhaltung aufwachsen dürfen. Besucher können die Produkte dann direkt im Hofladen  kaufen.

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Maria Marí Colomar, Hofbesitzerin und Präsidentin des Biobauernverbandes Ibiza

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Glückliche Schweine wie aus dem Bilderbuch

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Lektion im Schnaps ansetzen

Zum krönenden Abschluss meines Besuches auf dem Hof darf ich mir aus einem Büschel undefinierbarer und zum Teil noch nie zuvor bewusst wahrgenommener Wildkräuter meinen eigenen „Hierbas Ibicencas“, den  inseltypischen Kräuterlikör, ansetzen.  Mit dem Trinken muss ich mich noch etwas gedulden, das edle Getränk möchte nämlich erst einmal drei Monate seinen Geschmack entfalten, bevor ich es mir zurück in heimischen Gefilden zu Gemüte führen darf. Maria erklärt, dass jedes Restaurant und jedes Haus seine eigene Rezeptur fürs Ansetzen des Kräuterliköres habe. Grundlage für die meisten Hierbas sind Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Wacholder, Minze und Zitronengras.

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Und fertig ist der Hierbas. (Bild: Caren Schütt)

6. Leben von Liebe, Luft und Yoga

Zu einem richtigen Anti-Party-Pro-Chillout-Relax Urlaub auf Ibiza gehört selbstverständlich auch eine Runde Yoga und Enstpannung. Und die kann man auf der weißen Insel an allen Ecken und Enden finden. Wer es sich leisten kann, sucht sich für seine Yoga-Session eine besonders inspirierende Umgebung aus und bucht sich im Luxus-Spa-Hotel Atzaró in Cala Nova, ca. zehn Minuten von Santa Eulalia entfernt, ein. Es reicht aber auch schon einen Spaziergang durch die afrikanisch-asiatisch inspirierte Anlage oder ein Aufenthalt im Day Spa & Fitness Club mit anschließendem Abendessen in Chillout-Atmosphäre, um so richtig runterzukommen und sich wie in einer anderen Welt zu fühlen.

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Wahrhaft paradiesisch entspannt es sich in den Orangenhainen des Landhotels Atzaró.

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Ob für eine Yogasession unter Zitronenbäumen, einen Ausritt hoch zu Ross in die umliegenden Olivenhaine oder einfach nur, um in absoluter Stille im Grünen fein zu essen: das  Landhotel & Day Spa Can Curreau ist immer einen Ausflug wert.  Ich bin nach unserer Open Air Yoga & Pilates Session, die die Münchner Yogatrainerin Adriana Neis leitet, so tiefenentspannt, dass ich bei der abschließenden Meditation auf der Yogamatte in eine kurze nachmittägliche Tiefschlafphase verfalle. Umso schöner unter Palmen aufzuwachen und mit einem fetten Grinsen festzustellen,  dass man das alles gar nicht nur geträumt hat, sondern mittendrin ist in einerm der schönsten Paradiesgärten Europas.

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Open Air Yoga unter Zitronenbäumen im Can Curreau

7. Wandern entlang der Steilküsten

(c) Maria Fernández Medina

Bild: Maria Fernández Medina

Ibiza bietet rund 250 Kilometer an Wanderwegen entlang der Küste. Während das Wandern auf der Nachbarinsel Mallorca boomt, ist das auf Ibiza immer noch ein Geheimtipp. Umso ruhiger und wenig bewandert sind die Wege.
biza Insider: Nur etwa zwei Stunden braucht man, um auf den  475 Meter hohen Sa Talaia, den höchsten Berg der Insel zu kommen.  Ausgangspunkt ist die Ortschaft Sant Josep. Der Weg ist gut beschildert und führt durch manchmal etwas stachelige, aber duftende Pinienwälder, vorbei an weißen Landhäusern bis zum Gipfel.

8. Einen Cocktail im Sonnenuntergang trinken oder zwei oder drei…

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Auf einen Sunset Cocktail in der Albastro Lounge des Hotel Aguas de Ibiza

An bestimmten Stellen der Küste und Hügel drängen sich in Ibiza die Sunset-Bars regelrecht und wetteifern untereinander mit speziellen Angeboten. Die Bekannteste darunter ist neben dem stylischen Nikki Beach bei Rio sicherlich das Café del  Mar in Sant Antoni de Portmany, benannt nach der gleichnamigen sehr erfolgreichen Chillout- und House-Compilation von DJ José Padilla.
Wer es lieber etwas ruhiger aber nicht weniger stylisch hat, dem sei ein Besuch der Rooftop Bar  „Air Ibiza“ des Fünf-Sterne Hotels „Aguas de Ibiza“ in St. Eulalia mit Ausblick auf  den Yachthafen und die Nachbarinsel Formentera empfohlen.

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Place to be für Chiller: Die Rooftop Bar im Hotel Aguas de Ibiza

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9.  Einen Oldtimer mieten und damit um die Insel düsen

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So macht Autofahren Spaß: Mit einer alten Mèhari (z.B. von Exotic Ibiza Cars) durch die ibizenkischen Olivenhaine tuckern

10. Einen Ausflug mit der Fähre auf die Nachbarinsel Formentera unternehmen

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Was man auf Formentera, alias „Klein-Karibik“,  so alles erleben kann, bald ausführlicher in der Fortsetzung hier im Blog…

Vielen Dank an das Spanische Fremdenverkehrsamt für die Unterstützung der Reise. Meine Ansicht, Meinung und Begeisterung  bleiben davon unberührt.





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Ein Kommentar

  1. schrieb am 25. Februar 2016 um 11:50

    Ich freue mich schon, bin die erste Woche und das zweite WE. Ich nehme mein historisches Gewand mit ha super!

Ein Trackback

  1. […] 10 Dinge, die man auf Ibiza machen kann, außer die Nächte zu durchfeiern by Talk around the world: Ibizia isn’t all about partying, read this post to be convinced of the contrary. […]

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